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Mopedführerschein mit 15

Im Jahr 2020 wurde der seit nunmehr sieben Jahren erfolgreich durchgeführte Modellversuch „AM15“, der Mopedführerschein mit 15, dauerhaft durch eine Landesverordnung im Geltungsbereich des Landes Sachsen-Anhalt überführt.

Seit dem 1. Mai 2020 beträgt das Mindestalter für den Erwerb einer Fahrerlaubnis der Klasse AM (Moped) in Sachsen-Anhalt grundsätzlich 15 Jahre. Die Weichen dafür hat der Bundestag bereits im Dezember 2019 gestellt. Mit der im Bundesgesetzblatt verkündeten Änderung des Straßenverkehrsgesetzes haben die Landesregierungen der Bundesländer die Möglichkeit, selbst über die Absenkung des Mindestalters von 16 auf 15 Jahre zu entscheiden.

Mit Stand Juli 2020 haben neben Sachsen-Anhalt Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Wann kann ich den Mopedführerschein mit 15 beantragen?

Bereits ein halbes Jahr vor dem 15. Geburtstag kann die Führerscheinausbildung in der Fahrschule beginnen.

Welche Unterlagen müssen abgegeben werden?

Der Jugendliche meldet sich bei einer Fahrschule zur Fahrausbildung der Klasse AM an und geht dann zur Fahrerlaubnisbehörde. Beim Mopedführerschein mit 15 ist die Zustimmung der Eltern oder des gesetzlichen Vertreters notwendig. Mitzunehmen sind: Personalausweis oder Reisepass, Lichtbild, Sehtest vom Optiker, eine Schulung in "Erster Hilfe" und Geld für die Beantragung des Führerscheins.

Für die Identitätsprüfung des Jugendlichen zum Erwerb der Fahrerlaubnis der Klasse AM ist ein Dokument mit Lichtbild erforderlich. Falls noch kein Ausweis oder Reisepass vorliegt, wird empfohlen einen vorzeitigen Antrag auf Ausstellung eines Personalausweises zu stellen.

Brauche ich ein medizinisch-psychologisches Gutachten?

Nein.

Gilt der Mopedführerschein mit 15 in allen Bundesländern?

Nein, das vorangegangene Modellprojekt lief am 30. April 2020 aus und war nur in den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gültig.

Zum 1. Mai 2020 gilt der Mopedführerschein mit 15 in allen Bundesländern, welche ebenfalls von der Verordnungsermächtigung Gebrauch machen. Dies sind derzeit Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Tritt ein weiteres Bundesland hinzu, so wird dies im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gegeben.

Nach der bestandenen praktischen Prüfung erhält der Jugendliche zunächst einen vorläufigen Nachweis der Fahrberechtigung (VNF). Der Kartenführerschein wird unmittelbar im Anschluss daran durch die Fahrerlaubnisbehörde ausgehändigt bzw. durch die Bundesdruckerei direkt an den Jugendlichen übersandt. Für den Erwerb gilt das Wohnortprinzip. Nur wenn ich in einem der oben genannten Bundesländer wohne, kann ich den Mopedführerschein mit 15 in Anspruch nehmen.

Gilt der Mopedführerschein mit 15 im Ausland?

Nein. Der Mopedführerschein mit 15 gilt zunächst nur in den Bundesländern, welche ebenfalls von der Verordnungsermächtigung Gebrauch machen. Erst mit Vollendung des 16. Lebensjahres kann ein Kraftfahrzeug der Klasse AM im gesamten Bundesgebiet geführt werden. Da die Klasse AM eine internationale Fahrerlaubnisklasse ist, gilt der Kartenführerschein ab 16 Jahren ebenfalls im Ausland.

Kann ein Bewerber mit 15 Jahren gleich eine Ausbildung für die Klasse A1 (Krafträder bis zu 125 ccm) mit machen?

Nein. Mit der Ausbildung für die Klasse A1 kann erst mit 16 Jahren begonnen werden.

Gibt es besondere Vorschriften für die Prüfung?

Nein.

Wann darf die theoretische Prüfung abgelegt werden?

Drei Monate vor dem 15. Geburtstag.

Wann darf die praktische Prüfung abgelegt werden?

Einen Monat vor dem 15. Geburtstag.

Gibt es mit 15 Jahren einen „richtigen“ Führerschein?

Ja. Es wird zwar zunächst ein vorläufiger Nachweis der Fahrberechtigung (VNF) erteilt, welcher aber unmittelbar nach Herstellung durch einen Kartenführerschein ersetzt wird.

Die bisher im Modellversuch verwandte Prüfungsbescheinigung wird also nicht mehr ausgestellt, sondern auch bereits die Klasse AM mit 15 Jahren durch Aushändigung des Kartenführerscheins erteilt und mit der Auflage „195“ versehen. Die Auflage durch die auf dem Kartenführerschein versehene Schlüsselzahl 195 bedeutet, dass bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres nur in den Ländern ein Kraftfahrzeug der Klasse AM gefahren werden darf, welche ebenfalls von der Ermächtigung des Mopedführerscheins mit 15 Gebrauch gemacht haben.

Bisherige Prüfungsbescheinigungen des Modellprojekts gelten jedoch noch bis zum Ablauf ihrer Geltungsdauer fort.

Muss der „Kartenführerschein“ mit 16 Jahren durch die Behörde erneuert werden?

Um den Jugendlichen einen neuen Antrag auf Erteilung eines AM-Führerscheins bei Vollendung des 16. Lebensjahres zu ersparen, entfällt mit Erreichen des Alters von 16 Jahren die wiedergegebene Auflage. Mit 16 Jahren kann ich dann ein Kraftfahrzeug der Klasse AM im gesamten Bundesgebiet führen.

Was darf ich mit dem Mopedführerschein mit 15 fahren?

Alle Kraftfahrzeuge, die zur Fahrerlaubnisklasse AM gehören. Zu dieser Klasse gehören Kleinkrafträder, Mopeds und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h, aber auch Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotor im Sinne der Vorschriften der DDR, wenn sie bis zum 28. Februar 1992 erstmals in den Verkehr gekommen sind. 

Im Detail sind das derzeit:

Zweirädrige Kleinkrafträder (Mopeds) mit

  • bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h und
  • einer elektrischen Antriebsmaschine oder einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder
  • einer maximalen Nenndauerleistung bis zu 4 kW im Falle von Elektromotoren,

auch mit Beiwagen.

Das gilt auch für Fahrräder mit Hilfsmotor mit diesen Anforderungen.

Dreirädrige Kleinkrafträder mit

  • bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und
  • Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ (bei Fremdzündungsmotoren) bzw. maximaler Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW (bei anderen Verbrennungsmotoren) oder maximaler Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW (bei Elektromotoren).

Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit

  • bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und
  • Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ (bei Fremdzündungsmotoren) oder
  • maximaler Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW (bei anderen Verbrennungsmotoren) oder
  • maximaler Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW (bei Elektromotoren) und
  • Leermasse von nicht mehr als 350 kg (ohne Masse der Batterien im Falle von Elektrofahrzeugen).