Das Land Sachsen-Anhalt will das autonome Fahren im Regelbetrieb des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) voranbringen.
Sachsen-Anhalt auf dem Weg zur Modellregion für automatisiertes und vernetztes Fahren im öffentlichen Personennahverkehr
Land, Kommunen, Wissenschaft und Nahverkehr wollen gemeinsam automatisierte Mobilitätsangebote im öffentlichen Personennahverkehr entwickeln
Sachsen-Anhalt will beim automatisierten und vernetzten Fahren im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine Vorreiterrolle übernehmen. Ziel ist der Aufbau einer landesweiten Modellregion, in der autonome Fahrzeuge künftig insbesondere im ländlichen Raum eingesetzt werden können. Sie sollen dabei unter anderem als Zubringer zu wichtigen ÖPNV-Knoten dienen und damit das bestehende Verkehrsangebot ergänzen.
Gemeinsamer Start für die Modellregion
Den Grundstein für die geplante Modellregion haben sechs Landkreise, die Städte Halle (Saale) und Magdeburg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH gelegt. Die Partner haben sich mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen „Memorandum of Understanding“ dazu bekannt, die Entwicklung des automatisierten und vernetzten Fahrens im ÖPNV gemeinsam voranzutreiben.
Beteiligt sind die Landkreise Börde, Harz, Jerichower Land, Salzlandkreis, Stendal und Altmarkkreis Salzwedel sowie die beiden kreisfreien Städte Halle (Saale) und Magdeburg.
„Gemeinsam mit der Wissenschaft, Kommunen und Verkehrsunternehmen wollen wir eine Modellregion aufbauen und Sachsen-Anhalt zu einem sichtbaren Standort für autonomes Fahren im ÖPNV im ländlichen Raum entwickeln“, erklärte Infrastrukturministerin Dr. Lydia Hüskens nach der Unterzeichnung.
Autonomes Fahren soll den ÖPNV ergänzen
Der Einsatz automatisierter Fahrzeuge soll insbesondere dort neue Möglichkeiten schaffen, wo das bestehende ÖPNV-Angebot bislang nur eingeschränkt verfügbar ist. Autonome Mobilitätsangebote können beispielsweise kleinere Orte besser an zentrale Bus- und Bahnverbindungen anbinden.
Damit soll die Mobilität für Menschen verbessert werden, die bislang nur eingeschränkten Zugang zum öffentlichen Verkehr haben. Gleichzeitig bietet die Technologie Chancen für mehr Verkehrssicherheit und eine stärkere Digitalisierung des Verkehrssystems.
Das Land verfolgt dabei ein langfristiges Ziel: Autonomes Fahren soll nicht bei einzelnen Testprojekten bleiben, sondern schrittweise in den Regelbetrieb des öffentlichen Verkehrs integriert werden.
Von ersten Pilotprojekten bis zum landesweiten Einsatz
Der Weg zur Modellregion soll schrittweise erfolgen. Zunächst sind kleinere Pilotprojekte mit lokal begrenztem automatisiertem Verkehr vorgesehen. Anschließend soll in einem Landkreis die schrittweise Ergänzung beziehungsweise Umstellung des klassischen Linienverkehrs erprobt werden. Auf dieser Grundlage soll der autonome ÖPNV anschließend landesweit ausgerollt werden.
Zeitplan
2028–2030
Start erster Pilotprojekte mit lokal begrenztem automatisiertem Verkehr.
2031–2033
Start eines Leuchtturmprojekts: In einem Landkreis soll die Umstellung des liniengebundenen Verkehrs auf automatisierte Angebote erprobt werden.
2033–2040
Schrittweiser Ausrollprozess mit dem Ziel einer landesweiten Einführung.
Sachsen-Anhalt als Standort für innovative Mobilität
Mit der Modellregion soll Sachsen-Anhalt nicht nur neue Mobilitätsangebote schaffen, sondern auch seine Position als Standort für Innovation und Digitalisierung stärken. Wissenschaft, Kommunen, Verkehrsunternehmen und das Land sollen dabei gemeinsam Erfahrungen sammeln und Lösungen entwickeln, die sich später auf weitere Regionen übertragen lassen.
Auch auf Bundesebene wird der Aufbau von Modellregionen für autonomes Fahren verfolgt. Die Bundesregierung sieht insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr Potenzial für den Einsatz autonomer Fahrzeuge und will entsprechende Vorhaben unterstützen.
Mit der jetzt angestoßenen Entwicklung der „Modellregion Sachsen-Anhalt“ soll der nächste Schritt auf dem Weg vom Pilotprojekt zum alltagstauglichen autonomen ÖPNV erfolgen.
