„Die jetzt angekündigten Verbesserungen sind wichtige Schritte, sie können die erheblichen Folgen der langen Sperrung aber nur teilweise abfedern. Für die Menschen in der Altmark bedeutet die monatelange Unterbrechung der direkten Bahnverbindung massive zusätzliche Belastungen und deutlich längere Reisezeiten. Deshalb müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um die Auswirkungen so weit wie möglich zu begrenzen. Gleichzeitig erwarte ich von der Deutschen Bahn bei den noch offenen Punkten sehr kurzfristig Klarheit und verlässliche Lösungen für die Reisenden“, erklärte die Ministerin. Die Verlängerung der Sperrung über Dezember 2026 hinaus hat erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität in der Altmark und darüber hinaus in ganz Sachsen-Anhalt. Insbesondere Stendal wird in Ost-West-Richtung über einen Zeitraum von mehr als 14 Monaten von einer direkten Bahnanbindung abgeschnitten sein. Bereits zum Beginn der Sperrung wurden Verbesserungen beim Ersatzangebot der Linien X1 Stendal–Genthin und X2 Stendal–Wolfsburg umgesetzt. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 hat die Deutsche Bahn darüber hinaus folgende Verbesserungen zugesagt: • Zugverkehr zwischen Wolfsburg und Mieste: Von Mitte Dezember 2026 bis Anfang September 2027 soll auf dem Streckenabschnitt Wolfsburg–Mieste Zugverkehr wieder möglich werden. Dadurch verkürzen sich für den Raum Gardelegen die im Schienenersatzverkehr zurückzulegenden Wege deutlich. • Zusätzlicher Behelfsbahnsteig in Magdeburg: Mit dem Bau eines zusätzlichen Behelfsbahnsteigs am Magdeburger Hauptbahnhof bis zum Jahresende 2026 sollen die Kapazitäten des Bahnhofs erhöht werden. Dies schafft auf den stark belasteten Ausweichrouten zusätzliche Flexibilität für die Betriebsdurchführung und soll dazu beitragen, die Fahrpläne stabiler einzuhalten. • Fernverkehrsanbindung über Braunschweig und Hannover: Trotz der Kapazitätseinschränkungen auf der Strecke Braunschweig–Hannover soll ein stündliches Fernverkehrsangebot zwischen Magdeburg, Braunschweig und Hannover erhalten bleiben. Damit besteht neben der Verbindung über Uelzen weiterhin eine Anbindung der Altmark an Niedersachsen. Allerdings verlängert sich die Fahrzeit gegenüber dem regulären Fahrplan auf etwa das Doppelte. • S-Bahn-Angebot im Raum Halle: Auf der für Umleitungen des Güterverkehrs genutzten Strecke Halle–Kassel fällt die Reduzierung des Nahverkehrsangebots im Bereich der Stadt Halle geringer aus als zunächst angekündigt. Insbesondere im Berufsverkehr sollen wichtige Verbindungen erhalten bleiben. Offen ist weiterhin die schnelle Anbindung auf Fernverkehrsniveau von Stendal nach Wittenberge, Magdeburg und Leipzig ab dem 13. Dezember 2026. „Hier erwarte ich eine kurzfristige Entscheidung der Deutschen Bahn“, bekräftigte Lydia Hüskens die Forderungen des Landes. „Die Reisenden brauchen jetzt Planungssicherheit. Gerade angesichts der ohnehin erheblichen Einschränkungen muss feststehen, welche schnellen Verbindungen ab Dezember tatsächlich angeboten werden“, betonte die Ministerin. „Ebenso muss sichergestellt sein, dass die Reisenden für sämtliche sinnvollen Alternativverbindungen ihre regulären Fahrkarten nutzen können. Hier darf es keine zusätzlichen Hürden geben“, fügte sie abschließend hinzu.
