RENATUR
RENATUR ist transnationales INTERREG-Projekt zum Erhalt von Freiflächen in Stadt-Umlandregionen sowie zur Vermeidung von Zersiedlungsprozessen. Es zielt auf die integrierte Steuerung einer nachhaltigen Entwicklung von Umlandgemeinden.
Hintergrund und Ziele des Projektes
Als Bindeglied zwischen den urbanen Zentren und dem ländlichen Raum kommt den Umlandgemeinden eine besondere ökologische Ausgleichsfunktion zu. Freiflächen zur Erholung, landwirtschaftliche Flächen, die zur Versorgung der Bevölkerung beitragen und flächenintensive Klimaanpassungsmaßnahmen (Rückhaltebecken, Hochwasserschutz etc.) sind zunehmend durch Nutzungen, wie Gewerbe- und Siedlungsflächen und den dazugehörigen Infrastrukturbedarfen gefährdet.
Insbesondere in stark wachsenden Räumen kommt es zu ausgeprägten Zersiedlungsprozessen, da die planerische Leistungsfähigkeit der kleinen Gemeinden dem rasanten Wachstum nicht standhalten kann. Fehlende Koordinierung und Abstimmung der Kommunen in den betroffenen Räumen verstärken diesen Prozess.
Um Freiflächen in den Stadt-Umlandregionen erhalten und der Zersiedlung in den Verflechtungsbereichen wachsender Städte frühzeitig und nachhaltig entgegenwirken zu können, bedarf es steuernder Maßnahmen und Strukturen, die über die administrativen Grenzen der Gebietskörperschaften hinausgehen und die klassischen Planungs- und Steuerungsinstrumente ergänzen.
Das INTERREG EUROPE-Projekt RENATUR verfolgt in diesem Kontext drei wichtige Ziele:
- Europäischer Erfahrungsaustausch über Methoden und Ansätze zur Vermeidung von Zersiedlung und Freiraumschutz in Umlandgemeinden,
- Erarbeitung einer Vergleichsstudie zu den bestehenden Steuerungsansätzen in verschiedenen europäischen Umlandgemeinden,
- Erarbeitung von Lösungen und Instrumenten zur integrierten Steuerung einer nachhaltigen Entwicklung von Umlandgemeinden und der Sicherung ihrer Funktionen.
Aktivitäten in Sachsen-Anhalt
Im Rahmen des Projektes werden bestehende Planungsinstrumente auf Landes-, Regions- und Kommunalebene auf ihre Steuerungswirkung hin untersucht. In einer regionalen Arbeitsgruppe wird der nachhaltige Umgang mit der Ressource Boden sowie der Ausgleich zwischen den einzelnen Funktionen und Lösungsansätze für effiziente Flächennutzungsmodelle diskutiert.
Projektdaten
Projektlaufzeit: August 2019 - Juli 2023
Finanzvolumen: ca. 1,57 Mio. EUR
davon EFRE: 1,27 Mio. EUR
Lead Partner
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Weitere Projektpartner
Belgien
Flemish Land Agency
Deutschland
Ministerium für Infrastruktur und Digitales, Sachsen-Anhalt
Polen
Mazovia Development Agency (ARMSA)
Slowenien
BSC Business Support Centre Ltd., Kranj
Spanien
University of Basque Country
Ungarn
Hajdú-Bihar County Government