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Kombinierter Verkehr

Der Kombinierte Verkehr steht für einen intelligenten Gütertransport. Transportwege auf der Straße werden dabei reduziert und längere Distanzen auf Schiene und Wasserstraßen zurückgelegt. Das verringert CO2-Emmissionen, entlastet Straßen und verbessert die Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer. 

Was ist Kombinierter Verkehr?

Als Kombinierter Verkehr (KV) wird der Gütertransport mit zwei oder mehreren Verkehrsträgern ohne Wechsel der Ladeeinheiten (Container, Wechselbrücken oder Lkw-Sattelauflieger) bezeichnet. Üblicherweise handelt es sich hierbei um Transporte bei denen die Ladeeinheiten über längere Distanzen auf der Schiene oder der Wasserstraße transportiert werden. Der Lkw wird nur auf einer möglichst kurzen Strecke – im sogenannten Vor- und Nachlauf – eingesetzt, um die Ladeeinheiten zu einer KV-Umschlaganlage zu transportieren, oder von dort abzuholen und zum Entladeort zu bringen. Die Umschlaganlagen sind die Schnittstellen des Kombinierten Verkehrs. Mit geeigneten Kränen oder anderen Verladeeinrichtungen wechseln die Ladeeinheiten den Verkehrsträger.

Kombinierter Verkehr in Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt unterstützt solche effizienten logistischen Schnittstellen in Zentren des Transportaufkommens. In Sachsen-Anhalt befinden sich fünf gut ausgebaute trimodale sowie ein bimodales Terminal für den Kombinierten Verkehr.

Multimodale Schnittstellen in Sachsen-Anhalt
StandortVerkehrsträgerWirtschafts-/Industriestruktur
Hafen Halle und CTHS Container-TerminalTrimodal: Schiene/Straße/WasserstraßeChemie- und Kunststoffindustrie, Maschinenbau, Energie- und Umwelttechnik
Hafenbetrieb Aken GmbHTrimodal: Schiene/Straße/WasserstraßeAken & nördlicher Teil des mitteldeutschen Industriegebietes
UHH Umschlags- und Handelsgesellschaft Haldensleben mbHTrimodal: Schiene/Straße/WasserstraßeIFA Rotorion (Maschinenbau/ Automobilzulieferer)
Industriehafen Roßlau GmbHTrimodal: Schiene/Straße/WasserstraßeUnternehmen aus den Bereichen Getreide-, Futter- und Düngemittelgroßhandel, Holzverladung, Beton und Metallrecycling
Magdeburger Hafen GmbHTrimodal: Schiene/Straße/WasserstraßeNahe gelegenes Industrie- und Logistik-Zentrum Magdeburg Rothensee Green Port
KTSK Kombi Terminal Schkopau GmbHBimodal: Schiene/StraßeChemie- und Kunststoffindustrie, Anlagenbau, Maschinenbau

Förderung

Der Bund fördert den Neu- und Ausbau von Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs als nicht rückzahlbarer Zuschuss zu den Investitionsausgaben im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs. Die für Januar 2022 in Aussicht gestellte neue Förderrichtlinie für den Kombinierten Verkehr wird  Aufwendungen für Digitalisierung und Automatisierung bezuschussen. Auch sollen erstmals Ersatzinvestitionen gefördert werden.

Über die Fördermittel hinaus gewährt der Bund im Vor- und Nachlauf des Kombinierten Verkehrs weitere Privilegien wie etwa:

  • Fahrzeuge im Vor- und Nachlauf des KV dürfen ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 44 Tonnen aufweisen.
  • Für Fahrzeuge im Vor- und Nachlauf des KV bestehen Ausnahmen von Fahrverboten zur Ferienzeit sowie an Sonn- und Feiertagen.
  • Fahrzeuge im Vor- und Nachlauf des KV können von der Kfz-Steuer befreit werden.

ChemMultimodal - ein europäisches Projekt zur Förderung des multimodalen Verkehrs

Das transnationale Projekt ChemMultimodal startete im Juni 2016. Dem Konsortium bestehend aus 14 Partnern standen insgesamt 2,4 Millionen Euro Budget zur Verfügung. Die Projektlaufzeit betrug drei Jahre.

Ziel des Projekts war die Förderung des multimodalen Transports chemischer Güter durch Koordination und Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Chemieunternehmen, Logistikdienstleistern und Behörden für eine nachhaltigere Chemielogistik in den Chemieregionen Zentraleuropas. Es sollte ein transnationales Werkzeug entwickelt werden, um die Potenziale der Verkehrsverlagerung zu identifizieren. 

Aus Sachsen-Anhalt nahmen neben dem Wirtschaftsministerium als federführender Partner, das Infrastrukturministerium, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung am Projekt teil. Die weiteren Partner kamen aus Österreich, Ungarn, Italien, der Slowakei, Tschechien und Polen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Interreg-Projektseite.

ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC)

Das SPC setzt sich für eine stärkere Einbindung der alternativen Verkehrsträger in europäische Lieferketten und somit gleichermaßen die Erreichung von Umweltzielen ein. Dafür arbeitet das SPC mit unterschiedlichen Akteuren aus Industrie, Handel und Logistik daran, die Straße zu entlasten und auf verschiedenen europäischen sowie nationalen Relationen intermodale Lösungen zu entwickeln und Verkehrsströme zu verlagern. Ziel ist eine verlässliche Lösung im Sinne einer ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit.

Organisatorisch ist das SPC eine öffentlich-private Partnerschaft. Zum Kompetenznetz gehören das Bundesverkehrsministerium und Landesministerien der Bundesländer Hamburg, Bremen, Hessen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern.

Interessierte Unternehmen können kostenfrei die Beratung zu individuellen multimodalen Logistikkonzepten auf den Verkehrssystemen Schiene, Wasserstraße und short sea shipping in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.shortseashipping.de.